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Das Hellejehüske PDF Drucken

"Wenn ich diesen barbarischen Krieg mit all seinen Greueln überstehe und heil nach Hause komme, stifte ich ein Kapellchen mit einem Kreuz in unserem Dorf". So lautete ein Gelübde, das der Bauer J.P.Herx 1813 seinen Angehörigen in Rönneter aus Paris schrieb.
Und er hielt Wort. 1813 kam er glücklich heim und errichtete an dem Platz, wo heute die Kapelle in Rönneter steht, ein kleines „Hellejehüske“ in Fachwerk-Bauart.
Die Kapelle, genannt „Hellejehüske“, in der Ortsmitte gelegen, ist eine weit über Rönneter hinaus bekannte Kriegsgräbergedächtnisstätte mit Gedenktafeln der 1914–18 und 1939–45 gefallenen und vermissten Rönneter Bürger.
1949 wurde, nach Grundsteinlegung von Pfarrer Dr. Wilhelm Müller an gleicher Stelle die Kapelle von den für Planung und Durchführung verantwortlichen Willi Kamphausen, Jakob Hanen, Willi Zefels, Josef Lenzen, Konrad Gielen und Landwirt Peter Lowis neu erbaut und 1995 mit einem Schieferdach neu eingedeckt.
Es handelt sich hierbei um einen, seit 1949 original erhaltenen, polygonalen Backsteinbau mit gekehltem hölzernem Kranzgesims unter verschiefertem Zeltdach, wobei drei segmentbogige Öffnungen den Blick auf die aufgemauerte Altarmensa mit abschließender Eichenholzplatte, Kruzifixaufsatz und bemaltem Corpus des 19. Jahrhundert und drei Marmortafeln mit den Namen der im Ersten und Zweiten Weltkrieg Gefallenen freigeben.
In der Stufe vor der Mensa eine Inschrift: ERBAUT 1817 J.P.H. ERNEUERT 1949.

Die Kapelle in Rönneter wurde im Januar 2001 als Dokument der Volksfrömmigkeit in der Ortslage Rönneter und Zeugnis der jüngeren Geschichte während der 1.Hälfte des 20.Jh. unter Denkmalschutz gestellt.
Pflege und Ausgestaltung erfolgt dankenswerterweise bereits im 11. Jahr ehrenamtlich durch Frau Brigitte Sordon aus der Nachbarschaft, die dafür sorgt, dass die Kapelle sich immer von ihrer besten Seite zeigt.
Neben dem „Hellejehüske“ wird alljährlich vor dem 1. Advent von den Bruderschaftlern der Ortsgruppe ein Weihnachtsbaum aufgestellt, der den Platz um die Kapelle in ein weihnachtliches Licht taucht und so in besonderer Weise zum Gedenken der Gefallenen der Honschaft Rönneter erinnert.
Seit 2001 wird der Weihnachtsbaum nach dem Aufbau von den Rönneter Frauen geschmückt und anschließend wird von der Bruderschaft der Ortsgruppe und den Rönneter Frauen zum Glühwein eingeladen, deren Reinerlös für die Instandhaltung der Kapelle verwendet wird.
Auch hatte sich bis in die 70er Jahre der Brauch erhalten, dass beim Tod eines Dorfbewohners sich die Dorfbewohner an der Kapelle versammelten und gemeinsam beteten.
Noch heute wird bei einem Todesfall für die Tage bis zur Beerdigung in der Kapelle eine Kerze angezündet.
Heinz-Dieter Förster


 
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