
Vor nicht mal acht Wochen beim Venner Schützenfest war noch alles wie immer, und das heißt: Hans Riethmacher war bester Laune und in vorderster Front dabei. Gestern ist der Bäckermeister und Schütze nach kurzer Krankheit im Alter von 62 Jahren überraschend gestorben. Und darum trägt heute ganz Venn eine Träne im Knopfloch. Denn Hans Riethmacher war der Ur-Venner schlechthin, einer der sich im besten Sinne kümmerte um das, was um ihn herum passierte. Kleine Brötchen backte er nicht - sondern große und leckere, manche sagen: die besten der Stadt. Jedenfalls wusste er, dass regionale Produkte dann ankommen, wenn Qualität und Service stimmen. Auf beides legte er größten Wert, in der Tradition seines Vaters und Großvaters, von denen er die Bäckerei übernommen hatte, die er mit Hilfe seiner Frau Geertje führte. Ehrgeiz hatte Hans Riethmacher nicht nur in der Backstube. Als Sportkegler brachte er es bis zur Gladbacher Stadtmeisterschaft, als Schütze wurde er erst König in Venn und im Jahr darauf auch Bezirkskönig. Gleichwohl war Riethmacher keiner, der in die erste Reihe drängte. In der St. Josef Bruderschaft war er seit 14 Jahren Vize-Präsident. Seine Freunde schätzten besonders seinen unnachahmlichen Humor, den er sich auch in den letzten Wochen der Krankheit bewahrte. Riethmachers ganzer Stolz war zuletzt sein Enkel William. Sein einziger Sohn Christian soll die Bäckerei Riethmacher auch in der vierten Generation fortführen. So hat es sich Hans Riethmacher, der bis vor zwei Wochen stets nachts um 2 Uhr in der Backstube stand, schon lange gewünscht. Dass die Nachfolge so schnell geregelt werden muss, hat niemand geahnt. jüma
Schütze, Bäcker und Ur-Venner: Hans Riethmacher. Archivfoto: Raupold